Über die Kræmerey
Die Rabenhof Kræmerey trägt zusammen, was auf einem guten Markt etwas taugt, von Trinkgefäß und Lederwerk über Gewandung bis zu Zierrat und Licht. Hergestellt habe ich davon nichts; das überlasse ich gern denen, die es können. Meine Kunst ist eine bescheidenere: das Brauchbare vom bloß Glänzenden zu unterscheiden und es bis zu Eurem Tisch zu bringen.
Wie es zugeht
Ich ziehe los, sehe mir an, was andere mit Geschick und Geduld gefertigt haben, und suche das heraus, was hält, was taugt und was einen zweiten Blick wert ist. Das Verdienst am Stück gehört dem, der es gemacht hat; meines ist, es gefunden zu haben, bevor es ein anderer tat, und es den weiten Weg bis zu Eurem Tisch zu schleppen. Ein ehrliches Geschäft, mit dem ich ganz zufrieden bin.
Hinter dem Tisch
Die Kræmerey führe ich größtenteils selbst: packe selbst, reise selbst, baue selbst auf und beschwere mich auch ganz allein über das Wetter. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass ich niemandem die Schuld geben kann und es daher gar nicht erst versuche. An vollen Markttagen fehlen mir gelegentlich zwei Hände, bisher hat sich das aber noch jeden Abend von selbst geregelt. Ein Rabe kommt schließlich auch allein zurecht, und meist mit mehr, als ihm eigentlich zusteht.

Woran mir gelegen ist
Vor allem an Dingen, die halten. Ein Becher soll dicht sein, ein Riemen soll tragen, ein Licht soll brennen, ohne gleich das ganze Zelt mitzunehmen. Schön sein darf alles obendrein, geschadet hat das noch keinem. Aber zuerst muss ein Ding etwas taugen, denn ein hübscher Gegenstand, der nichts kann, ist nur ein teurer Staubfänger, und davon führen die Märkte ohnehin schon genug.
Wo Ihr mich trefft
Am ehesten dort, wo die Banner wehen und es nach Rauch und Met riecht, hinter einem Tisch voller Kram, der hoffentlich bald der Eure ist. Wohin der Rabe als Nächstes fliegt, verraten die Markttage. Und geht alles seinen Gang, könnt Ihr schon bald auch von daheim aus stöbern, ganz ohne nasse Füße.
Rabenhof Kræmerey · ein Stand, ein Rabe und ein Auge fürs Brauchbare.
